Information Worker VM unter Windows 7
Microsoft stellt zum Testen und Evaluieren der Information Worker Solutions netterweise eine fertig installierte und vorkonfigurierte VirtualMachine zur Verfügung. Allerdings benötigt man zur Ausführung der VMs zwingend Windows Server 2008 R2, da Microsoft die VMs ausschließlich als HyperV VMs bereitstellt. Will man diese VMs auf einem Notebook ausführen (z.B. für eine Demonstration beim Kunden) ohne gleich Windows Server 2008 R2 auf dem Notebook zu installieren, muss man die Virtual Machiness in eine geeignete Form konvertieren, die sich z.B. mit dem VMWare Player abspielen lässt.
Achtung: Da das Gast-Betriebssystem ein 64Bit-System ist, muss auch das Host-System ein 64Bit-System sein! Zusätzlich ist die von Microsoft bereitgestellte VM extrem ressourcenhungrig. Das Notebook sollte daher mindestens 8 GB Arbeitsspeicher mitbringen!
Was muss man also tun, um eine HyperV-Maschine in eine solche zu konvertieren, die sich im VMWare-Player abspielen lässt? Dazu braucht es einige Schritte, einige Software und einige Geduld. Vorraus-setzung für die Umwandlung der Maschine sind folgende Tools:
- Der vConverter SC - 4.2 der kostenlos von verizoncore zur Verfügung gestellt wird und
- eine Windows 7 Recovery Disk, die z.B. von Neosmart zum Download angeboten wird.
Schritt 1: Vorbereiten der Information Worker VM
Der erste Schritt auf dem Weg zu einer VMWare-fähigen Information Worker VM ist eine in einer HyperV-Umgebung aufgesetzte Information Worker VM. Die Lizenz der von Microsoft zur Verfügung gestellten VM ist leider fürs erste abgelaufen, es empfiehlt sich daher, die 10 tägige "Gnadenfrist" zur Verwendung der Maschine noch einmal zurückzusetzen bevor mit der Konvertierung begonnen wird (Start -> All Programs -> rearm -> Rearm Windows), da sonst die VM nach zwei Stunden automatisch herunterfährt.
Tipp: Da die Information Worker VM nach einer Aktivierung des Betriebssystems genau 180 Tage läuft, empfiehlt es sich, auf die Aktivierung zu verzichten und ein noch nicht aktiviertes System zu migrieren um die Migration nicht alle 180 Tage erneut durchführen zu müssen!
Damit der vConverter die Konvertierung durchführen kann muss die HyperV-VM vom Hostsystem erreichbar sein. Zusätzlich muss jedes Laufwerk das konvertiert werden soll über eine Dateifreigabe verfügen, da sonst der vConverter nicht auf die Daten zugreifen kann. Stellen Sie darüber hinaus sicher, dass die Firewall des Gastsystems abgeschaltet ist (Start -> Run -> "firewall.cpl"). Sind die hier genannten Vorraussetzungen erfüllt ist die HyperV-VM erfolgreich auf die Migration vorbereitet worden.
Achtung: Einige Installationen von Windows Server 2008 R2 und Windows 7 bringen eine 100 MB große Systempartition mit, der kein Laufwerksbuchstabe zugeordnet wurde. Damit diese Partition migriert werden kann, muss dieser zunächst ein Laufwerksbuchstabe zugeordnet werden!
Schritt 2: Migration der HyperV VM
Starten Sie zunächst den vConverter. Anschließend rufen Sie den Assistenten zur Erstellung einer neuen Konvertierungsaufgabe über die Symbolleiste auf.
Abb. 1: Neue Konvertierungsaufgabe starten
Im ersten Schritt des Assistenten werden sie aufgefordert den Namen des Quellsystems und die entsprechenden Zugangsdaten einzutragen. Tragen Sie hier den Namen "demo2010a" sowie den Benutzernamen "CONTOSO\Administrator" mit dazugehörigem Passwort ein.
Im zweiten Schritt werden Optionen der neu zu erstellenden VM abgefragt. Wählen Sie für die Art der zu erstellenden VM "VMWare®" aus. Als Ziel wählen Sie "Freigegebener Netzwerkordner" aus, und bei Ziel tragen Sie den Ordner ein, wo die migrierte VM später landen soll. Sollte der Ordner nicht auf der aktuellen Maschine liegen können Sie über die Schaltfläche "Anmeldenamen festlegen" die Zugangsdaten für den Zugriff auf den weiter oben festgelegten Ordner eintragen. Zusätzlich geben Sie den Namen der neuen VM an, z.B. "DEMO2010A".
Im nächsten Schritt wählen Sie die zu konvertierenden Datenträger aus.
Im vierten Schritt werden die Angaben zur Hardware der zu erstellenden VM abgefragt. Hier sind ein paar mehr Einstellungen nötig. Setzen Sie in diesem Dialog den Adaptertyp auf LSI und öffnen Sie anschließend die erweiterten Einstellungen durch Klick auf die Schaltfläche "Virtual Machine konfigurieren". Im sich dann öffnenden Dialog setzen Sie den Wert für den Arbeitsspeicher auf einen Wert deutlich größer als 5000 MB, z.B. auf 7168 MB. Microsoft empfiehlt für diese VM einen Arbeitsspeicher von 8 GB.
Schließen Sie nun im fünften Schritt den Assistenten ab und starten Sie die Konvertierung mit einem Klick auf "Alle Aufgaben Starten" auf dem Tab "Conversion Tasks".
Abb. 6: Konvertierung starten
Die Konvertierung kann je nach verwendetem System deutlich mehr als eine Stunde Zeit benötigen. Währen die Konvertierung läuft können Sie sich über einen Klick auf das Lupensymbol des Auftrags den Fortschritt der Konvertierung anzeigen lassen.
Schritt 3: Erstellen einer startbaren VM
In den ersten beiden Schritten haben Sie eine VDMK-Datei erstellt, die die Information Worker VM enthält. Im dritten Schritt wird dieses System nun so aufbereitet, dass es vom aktuellsten VMWare Player (Version 3.1.0) abgespielt werden kann.
Der schnellste Weg zu einer lauffähigen VMX-Datei ist es, im VMWare-Player durch Klick auf die Schaltfläche "Create a New Virtual Machine" eine neue Virtual Machine anzulegen. Der sich daraufhin öffnende Assistent führt Sie in wenigen Schritten zu einer neuen nackten VM ohne Betriebssystem. Beim Erstellen der VM gehen Sie wie folgt vor: Wählen Sie im ersten Schritt die Option, das Betriebssystem später von Hand zu installieren. Im nächsten Schritt wählen Sie das Betriebssystem "Windows Server 1008 R2 x64". Im dritten Schritt geben Sie der Maschine einen Namen und einen Speicherort Ihrer Wahl. Anschließend stellen Sie eine Festplattengröße von 127 GB ein und wählen die Option die Festplatte in einer einzelnen Datei abzulegen. Klicken Sie im nächsten Schritt sie "Customize Hardware" und stellen Sie eine Arbeitsspeichergröße von 7168 MB ein. Mit einem Klick auf "Finish" beenden Sie den Assistenten.
Öffnen Sie jetzt die neuerstellte VMX-Datei mit einem Texteditor und tragen Sie in der Zeile "scsi0:0.fileName" den Pfad der in den vorherigen Schritten erzeugten VDMK-Datei der Information-Worker VM ein.
Schritt 4: Patchen des Systems
Trotz den in Schritt 3 durchgeführten Maßnahmen ist das System noch nicht lauffähig. Windows wird beim Hochfahren der VM hängenbleiben oder sich mit einem Bluescreen verabschieden. Um das zu verhindern sind einige weitere Schritte nötig. Zum Patchen des erzeugten Systems in diesem Schritt wird die Windows 7 Recovery Disk benötigt. Laden Sie dazu vor dem Starten der VM die entsprechende ISO-Datei in das DVD-Laufwerk der VM.
Starten sie die VM von der Recovery-Disk. Dazu kann es sein, dass sie während dem starten der VM sehr schnell auf "F2" drücken müssen um in die BIOS-Einstellungen der VM zu kommen. Hier wählen Sie den Reiter "Boot" und setzen dort das CD-Laufwerk an die erste Stelle der Bootreihenfolge.
Beim Starten von der Recovery-Disk wird Windows Fehler im Bootsektor der Festplatte finden und beheben. Starten Sie die VM danach erneut von der CD. Die Recovery-Disk fährt danach hoch und bietet dann einige Optionen. Starten Sie die Kommandozeile durch Klick auf den Button "Command Prompt", und öffnen Sie dann über das Kommando "regedit" den Windows-Registrierungseditor.
Abb. 8: Kommandozeile öffnen
Im Registrierungs-Editor selektieren Sie den Ordner "HKEY_LOCAL_MACHINE". Im Menü "File" wählen Sie anschließend "Load Hive...". Dort navigieren Sie zum Ordner "C:\Windows\System32\config" und öffnen von dort die Datei "SYSTEM". Beim Öffnen fragt der Registrierungs-Editor einen Namen ab, hier "p2v" eingeben.
Achtung: Der "Load Hive..."-Dialog befindet sich beim Öffnen standardmäßig im System32-Ordner der laufenden Windows-Instanz, also der Recovery-Disk. Dies ist nicht der Windows-Ordner der Information Worker VM!
Abb. 9: Load Hive...
Abb. 10: Datei "SYSTEM" öffnen
Nachdem Sie den Hive geladen haben navigieren Sie zum Eintrag "HKEY_LOCAL_MACHINE\p2v\ControlSet001\Services\LIS_SAS" und ändern dort den REG_DWORD-Wert von "Start" von 3 auf 0. Anschließend selektieren Sie den Ordner "p2v" und klicken Sie im Menü "File" den Eintrag "Unload Hive...".
Abb. 11: REG_DWORD-Wert "Start" auf 0 ändern
Zum Abschluss starten Sie die VM neu. Um die Arbeit mit der VM zu vereinfachen, empfiehlt es sich, im Anschluss an den Neustart die VMWare-Tools zu installieren. Der VMWare-Player blendet in der Regel einen entsprechenden Hinweis ein. Damit die VM nicht bei jedem weiteren Start von der Recovery-Disk startet, ist es sinnvoll, entweder die Recovery-Disk zu entladen oder die Bootreihenfolge im BIOS der VM wieder auf den ursprünglichen Wert zurückzustellen.
Mein Dank geht an Michael Greth von der SharePointCommunity, der mir die initialen Tipps gab, wie hier zu verfahren ist, sowie an die Daniel Oberli von der Seite scolab.ch, der mit sinem Tutorial den Grundstein für diese Anleitung gelegt hat.












Julius Ganns
schrieb am 12. September 2010 um 12:00 Uhr
Auch wenn ich schon seit einigen Wochen auf Deine Bluescreen-Lösung zurückgreife, hier dann doch noch etwas verspätet ein ausdrückliches Dankeschön!